Allianz zieht positive Bilanz

08.08.2012 /

Die Allianz hat die Bilanz des ersten Halbjahres veröffentlicht. Trotz Schuldenkrise steht die Sparte Lebensversicherung stabil da.

Im Bereich der Lebensversicherung konnte die Allianz für die ersten sechs Monate des Jahres eine positive Bilanz erzielen. / © thinkstockTrotz der Euro-Krise verdienen die großen europäischen Versicherungskonzerne nach wie vor gutes Geld. Die Allianz legte jetzt ihre Bilanz für das erste Halbjahr 2012 mit gutem Ergebnis vor. Die größten Gewinne im operativen Geschäft kommen aus der Lebensversicherung, allerdings warnen Experten vor zu starker Abhängigkeit von diesem Geschäft.

Trotz guter Bilanz: Versicherer warnen vor Krise

Die europäische Schuldenkrise und die anhaltend niedrigen Zinsen bedeuten für Versicherungskonzerne Gefahr im Verzug. Davor warnte der Chef der Allianz Michael Diekmann, als er die Bilanz seines Unternehmens vorstellte. Die Politik müsse den großen Wurf wagen - die Abschreibungen auf Staatsanleihen von Ländern wie Griechenland und demnächst vielleicht Spanien und Italien würden die großen Versicherungskonzerne hart treffen. Diese zählen zu den bedeutendsten Gläubigern der verschuldeten Staaten. Die Allianz hält allein in Italien Staatsanleihen von 33 Milliarden Euro.

Diekmann plädierte für einen Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone, als er die Bilanz vorstellte. Alles andere würde der Allianz und weiteren Finanzunternehmen die Bilanzen verhageln. Daher sei jetzt die Politik gefordert.

Lebensversicherungen sind noch stabil

In Bezug auf die Produkte der Allianz betonte Diekmann, dass zwar im gegenwärtigen Zinsumfeld die Renditen für Lebensversicherungen nicht mehr so hoch ausfallen können wie noch vor Jahren, derzeit könne aber jeder Kunde noch seiner abgeschlossenen Lebensversicherung vertrauen. Langfristige Garantien seien aber schwieriger geworden, das Neugeschäft verlaufe auch bei der Allianz inzwischen schleppend.

Dennoch fiel die Bilanz des Unternehmens überraschen positiv aus, der operative Gewinn stieg bei der Allianz um fast 3 % und lag bei 2,36 Milliarden Euro für die ersten sechs Monate des Jahres 2012. Die Prognosen für 2012 hält die Allianz aufrecht, Diekmann rechnet mit einem operativen Gewinn von bis zu 8,7 Milliarden Euro.

Ähnlich positiv äußerten sich Konkurrenten wie die französische Axa und die italienische Generali. Dennoch warnen Analysten, die Versicherer seien von Einzelgeschäften wie der Lebensversicherung zu stark abhängig. Bei der Allianz trug diese Sparte sehr maßgeblich zum operativen Gewinn bei, während der größte Teilbereich, die Unfall- und Schadenversicherung, verhältnismäßig dürftig abschnitt.

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