Mehr Geld für Apotheker: Preise für Medikamente steigen
29.07.2012 / Bernd Schröder
Eine Erhöhung der Preise für Medikamente soll Apothekern mehr Geld bescheren. Wirtschaftsminister Rösler plant einen Aufschlag pro Packung.
Die Preise für
Medikamente könnten in Zukunft steigen, denn Deutschlands Apotheker werden nach
Plänen des Wirtschaftsministeriums unter Philipp Rösler (FDP) künftig mehr
Gewinn pro Arzneimittelpackung erzielen. Insgesamt könnten die Apotheker 190
Millionen Euro mehr einnehmen. Doch das ist ihnen immer noch zu wenig.
Änderung der Arzneimittelpreisverordnung
Aus dem Ministerium von Rösler erfuhr die FAZ, dass der Preis für eine Packung Medikamente ab 2013 um 25 Cent steigen werde, indem der fix erhobene Zuschlag auf 8,35 € angehoben wird. Das geht aus der geplanten Änderung der Arzneimittelpreisverordnung hervor und ergibt den rechnerischen Mehrbetrag von 190 Millionen Euro im Jahr. Von diesem Geld, das Philipp Rösler den Apothekern großzügig zugutekommen lässt, werden die gesetzlichen Krankenkassen 162 Millionen Euro tragen.
Die private Krankenversicherung (PKV) rechnet mit Mehrkosten von 21 Millionen Euro. Den Rest von 190 Millionen zahlen Patienten aus eigener Tasche. Es handelt sich um Medikamente, für die keine private oder gesetzliche Krankenkasse aufkommt. Unisono mit den Apothekern erklärt Philipp Rösler die Erhöhung der Preise bei Medikamenten mit der mangelnden Inflationsanpassung der Kosten seit dem Jahr 2004.
Verordnete Zuschläge bei Medikamenten
Die Preise, die Apotheker für Arzneimittel verlangen, ergeben sich aus einer mehrschichtigen Kalkulation. Pharmaunternehmen legen Verkaufspreise fest, eine gesetzliche Verordnung setzt auf diesen Betrag einen Zuschlag für die Apotheken drauf, der bislang bei 3 % plus 8,10 € pro Medikamentenpackung liegt.
Seit 2004 blieb dieser Fixbetrag unverändert, was aus Sicht der Apotheker nicht mit der Teuerung zusammenpasst. Rösler hat nun im Einklang mit Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) einen Änderungsentwurf zur Arzneimittelpreisverordnung vorgelegt, der den fixen Aufschlag um 25 Cent anhebt. Zuschläge, die Apotheker für Betäubungsmitteldokumentationen und Notfalldienste erhalten, könnten folgen.
Den Apothekern ist der bisherige Zuschlag ohnehin zu gering, sie fordern 9,14 € statt bisher 8,10 €, also einen Aufschlag von 1,04 € oder 12,8 %. Nach einigen Jahren ohne Anpassung erscheint ihnen das angemessen, wie die Apothekervereinigung verlauten ließ.
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