Allianz plant Konzernumbau

04.12.2011 / Bernd Schröder

Die Allianz ist laut Firmenangaben im Bereich der Sachversicherungen nicht profitabel genug. Der Konzern plant entsprechende Stellenstreichungen - mitsamt dem Wegfall von Arbeitsplätzen.

Das Management des Allianz-Konzerns plant Stellenstreichungen und den Umbau von Arbeitsplätzen. / © thinkstockNachdem die zuletzt 2006 durchgeführten Maßnahmen des Versicherungsunternehmens Allianz nicht den erhofften Durchbruch erzielt haben, ist nun ein erneuter Umbau geplant. Der Konzern wird um Stellenstreichungen nicht herumkommen. Der Chef der Allianz, Markus Rieß, verkündete die Pläne für eine weitere Verschlankung im November 2011 - einschließlich dem Wegfall von Arbeitsplätzen.

Allianz-Konzern nicht profitabel genug

In einem Interview mit dem Handelsblatt räumt Markus Rieß ein, dass insbesondere die Kernsparten Schadens- und Unfallversicherung nicht die gewünschten Ergebnisse vorweisen können. Die Profitabilität der Allianz bleibt unter den Erwartungen der Manager, der Konzern wird Arbeitsplätze einsparen müssen. Noch ist der Allianz-Konzern zwar Deutschlands Nummer eins unter den Versicherern - 19 Millionen Kunden werden hierzulande betreut. Da man jedoch seit Jahren Marktanteile verliert, die auch durch Zuwächse in Asien und Osteuropa nicht kompensiert werden können, sind Einschnitte nötig. Der Konzern ist zu unbeweglich, für die Kunden zu teuer, die Unternehmensstruktur muss verschlankt werden. Das wird nur über Stellenstreichungen möglich sein.

Allianz spart bei Sachversicherungen - Krankenversicherungsgeschäft bleibt vorläufig unberührt

Personalversicherungen der Allianz, also Kranken- und Lebensversicherung, sollen zunächst unangetastet bleiben. Bei den Sachversicherungen hingegen wird gespart. In diesem Bereich werden auch Arbeitsplätze wegfallen. Die Stellenstreichungen muss der Konzern in den kommenden Wochen mit seinen Arbeitnehmergremien ausverhandeln. Diese haben laut Betriebsverfassungsgesetz ein gewichtiges Wort mitzureden, wenn es um Arbeitsplätze geht. In den kommenden drei Jahren werden wohl 400 Stabstellen wegfallen. Damit reduzieren sich die Arbeitsplätze in diesem Bereich um 18 % von derzeit 2.200 Stellen. Einige Dienstleistungen wird die Allianz ausgliedern, zum Beispiel den Service im Berliner Posteingangszentrum.

Bei den Sachversicherungen kämpft der Konzern mit Problemen vornehmlich im Bereich der Kfz-Versicherungen. Andere Anbieter wie die HUK-Coburg haben die Allianz inzwischen durch günstigere Angebote überholt. Dieser Trend soll bis zum Jahr 2014 gedreht werden: Rieß strebt Umsatzzuwächse von jetzt 8,95 Milliarden Euro auf dann 9,5 Milliarden Euro an. Beim letzten Umbauprogramm des Jahres 2006 hatte es ebenfalls Stellenstreichungen gegeben. Mitarbeiter und Gewerkschaften hatten dagegen heftig protestiert. Auch in Folge der Finanzkrise des Jahres 2008 konnten viele der damals anvisierten Ziele nicht erreicht werden.

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